Insolvenzverfahren Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. eröffnet

Das Amtsgericht Duisburg hat zum 1. Juni 2011 das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Jugendferienwerks des Landessportbundes NRW e.V. – gesetzlich vertreten durch die Vorstandsmitglieder Dirk Mays, Elisabeth Lüttke und Stefan Klett – eröffnet. Die Gläubiger haben nun die Möglichkeit Ihre Forderungen bis zum 19.7.2011 anzumelden. Da man bei einer Insolvenz normalerweise von einer durchschnittlichen Quote von 2 % ausgeht, ist nicht damit zu rechnen, das die Forderungen der Gläubiger nur ansatzweise befriedigt werden können. Ob die Insolvenzversicherung für die gebuchten Reisen schon gegriffen hat, ist mir leider nicht bekannt.

Die Sache mit den Sternen…

Seit langer Zeit ist es so, dass Google in den bezahlten Suchergebnissen auch (Shop-) Bewertungen (bis zu 5 Sterne) anzeigt, wenn diese verfügbar sind. Zusätzlich werden in den generischen Ergebnissen seit einiger Zeit auch die Google-Places-Bewertungen angezeigt. Da Google-Places eher lokal sind, spielen sie für das Online-Marketing der großen Veranstalter des Jugendreisemarktes wohl eher eine untergeordnet Rolle. Die Shop-Bewertungen scheint sich derzeit Solegro zu Nutze zu machen. Dort gibt es nämlich derzeit 34 Bewertungen mit der Durchschnitts-Bestnote von 5 Sternen, die in der Anzeige von Solegro mit angezeigt werden. Dies führt dazu, dass die Anzeige von Solegro im Gegensatz zu den anderen beiden Anzeigen der Mitbewerber optisch hervorgehoben wird. Was wiederrum zu einem erhöhten Klickvolumen führen wird. So weit so gut… Was allerdings verwunderlich ist, dass die Bewertungen ausschließlich auf ShopAuskunft.de und Dooyoo.de geschrieben wurden. Welcher Jugendliche kennt schon ShopAuskunft.de? Und warum sollten hier soviele Bewertungen geschrieben werden, bei der Seite geht’s ja eigentlich um Online-Shops? Für Reisen gibt es doch eigene Bewertungseiten…

Man könnte meinen, dass die Bewertungen nicht von den Teilnehmern der Reisen, sondern von der betreuenden Online-Agentur stammen könnten. Auf jeden Fall ist ein deutliches Muster zu erkennen. Und Google liebt Muster, da diese über einen automatischen Filter zu eliminieren sind. Es ist also zu vermuten, dass die Sterne in den Anzeigen von Solegro mittelfristig verschwinden werden. Auch nicht auszuschließen ist, dass Google das Verhalten abstrafen wird. Entweder durch höhere Anzeigenpreise oder auch durch ein Penalty im generischen Listing. Ob der kurzfristige Erfolg dies Wert sein wird?

Sunrise-Jugendreisen-Internetseite offline

Höchstwahrscheinlich nur ein temporäres Problem, aber zur Zeit ist die Seite von Sunrise offline. Ist der Server abgestürzt oder stehen Wartungsarbeiten an? Was auch immer, auf jeden Fall sollte man dann auch die Google Werbung ausschalten, denn auch die läuft derzeit ins Nichts…

„Jugendferienwerk“ unter den Top-Suchbegriffen auf www.lsb-nrw.de

Der Insolvenzantrag des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. führte wohl dazu, dass der Navigationspunkt „Jugendferienwerk“ auf dem Internetportal des Landessportbundes NRW e.V., das seit kurzem wieder unter www.lsb-nrw.de zu finden ist, verschwand. Auf dem Portal findet man bis auf die Mitarbeitersuche nun keine Infos zum Jugendferienwerk mehr. Dies scheint allerdings viele User  zu verwirren. So taucht der Begriff „Jugendferienwerk“ derzeit in der Tag-Cloud der Suchfunktion auf, was dafür spricht, dass er zu den Top-Suchbegriffen auf der Seite zählt.

Da derzeit wirklich viele Leute nach dem Begriff Jugendferienwerk zu suchen scheinen, stellt sich für mich die Frage, ob hier der richtige Weg eingeschlagen wurde. Auf der einen Seite ist ein Insolvenzantrag natürlich etwas, über das man nicht gerne spricht. Auf der anderen Seite sind die User im Netz auch nicht blöd und googlen nach dem Jugendferienwerk, wenn Sie auf den Seiten des Landessportbundes NRW e.V. nicht die gewünschten Infos finden. Somit nimmt sich der LSB die Möglichkeit, die User selbst zu informieren und überlässt es anderen Publikationen Fakten, Halbwissen oder Gerüchte über den Insolvenzantrag des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. zu verbreiten…

Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. meldet Insolvenz an – viele Fragen bleiben offen…

Wenn man in den letzten Wochen die verschiedenen Foren der Jugendreiseszene beobachtet, so scheint das große Thema die Insolvenzanmeldung des Jugendferienwerks des Landessportbundes NRW e.V. zu sein. Da es sich um einen der größeren Jugendreiseveranstalter in Deutschland handelt, zieht diese Mitteilung entsprechend große Wellen. Vor allem Eltern und Betreuer fragen sich, was nun mit geleisteten Zahlungen für Reisen und Lehrgänge passiert bzw. wann Sie ihr Geld zurückbekommen. Auch sollen noch Betreuervergütungen von Winterfreizeiten ausstehen.

Die Eltern können im Gegensatz zu den Betreuern allerdings davon ausgehen, die geleisteten Zahlungen zurück zu bekommen, schließlich ist die Insolvenzversicherung für Reiseveranstalter Pflicht. Hier stellt sich nur die Frage nach dem „wann“? Gerade für Familien mit geringen finanziellen Mitteln wird es schwer sein, bei einem anderen Veranstalter eine alternative Reise zu buchen, bevor sie das Geld von der Insolvenzversicherung des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. zurückbekommen haben. Es trifft leider – wie so oft – besonders einen Personenkreis wie z.B. Alleinerziehende, die es auch sonst nicht gerade einfach haben.

Für die Betreuer des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. sieht die Situation schlechter aus, da hier keine Versicherung greift. Ausstehende Betreuervergütungen können wahrscheinlich abgeschrieben werden. Für geleistete Anzahlungen für verpflichtende Betreuerschulungen – die erst nach der Teilnahme an einer Freizeit zurückvergütet werden – gilt das gleiche. Auch dieses Geld ist wahrscheinlich futsch… Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass sich ein Teil der Betreuerschaft des Jugendferienwerks des Landessportbundes NRW e.V. zu einem neuen Verein zusammengeschlossen hat. Der „Betreuerverein Jugendferienwerk des Sports e.V.“ wurde mittlerweise gegründet und hat das primäre Ziel, den nun „auf der Straße“ stehenden Betreuern Freizeiten in den Ferien zu vermitteln.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…

und das nicht nur zum Pokalfinale, wo ich als Schalke-Fan und seit 2 Wochen Ex-Duisburger-Bürger natürlich hin muss. Nein, heute geht’s zusätzlich zur ITB. Bei der Bewegung, die gerade im Jugendreisemarkt drin ist, wird das bestimmt eine besonders spannende Messe…

Rückblick ITB 2011:
Wie vorausgesagt war es wieder eine sehr spannende Messe. Und das nicht nur in der Jugendreisehalle 4.1! Gerade auch die Stände der Länder des afrikanischen Kontinents spiegelten die politische Lage wieder. Während der Stand von Ägypten doch einigermaßen gut besucht war, war der libysche Stand so gut wie leer und von verschiedenen Kamerateams belagert.

Durch das Erdbeben in Japan wurde die Stimmung auf der Messe spürbar nachdenklicher.

Für das Thema Jugendreisen war wieder der Donnerstag der Tag der Tage. Hier fand das Gruppentreffen unserer Xing-Gruppe, die Hallenparty und die Reisenetzparty statt. Schade das sich die Hallenparty mit der Reisenetzparty überschnitten hat. So musste man eine Entscheidung treffen, wo es hin ging. Das Xing-Gruppentreffen fand auf dem Ruf-Stand statt und hier war die Beköstigung hervorragend. Schade, das sich in diesem Jahr das Treffen irgendwie „verlaufen“ hat. Im Jahr davor war der Bereich deutlicher abgetrennt, was meiner Ansicht klarer gezeigt hat, wer dazugehört… Die Reisenetzparty am Abend startete mit einem warmen Buffet gefolgt von Live-Musik und Getränken in der Bar des A&O-Hostels am Hauptbahnhof. Auch hier empfand ich die Stimmung nicht so gut, wie im letzten Jahr. Ich hatte das Gefühl, das die Band leider nur einen kleinen Teil der Zuhörer abholen konnte, da das Repertoire teilweise etwas eigenwillig war. Trotzdem gab es viele und interessante Gespräche.

Mein Highlight auf der Messe ist und bleibt aber das Ausstellercafe Pandora in Halle 4.1. Zum einen gibt es hier den besten Kaffee auf der Messe, zum anderen trifft man hier alle wichtigen und interessanten Leute. Großes Thema beim Kaffee war natürlich auch hier die Insolvenzanmeldung des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. Hier stellt sich u.a. auch für die Sportjugenden der anderen Bundesländer die Frage, was dies für die Seite www.sport-jugendreisen.de bedeutet, auf der Freizeiten unter Schirmherrschaft der Deutschen Sportjugend vermittelt werden.

Um nach einem anstrengenden Tag auf der Messe wieder etwas runter zu kommen, kann ich übrigens das Brandenburger Tor by night an einem schönen kalten Winterabend empfehlen. Frische kalte klare Luft und das schön ausgeleuchtete Tor. Einfach toll…

Umzug

Tja, ziehe gerade um und komme derzeit irgendwie zu nichts… Hab’s leider noch nicht mal geschafft, zur didacta zu fahren. Melde mich dann im März wieder von der ITB. Bis dahin.

Ruf vs. Sunrise – 2. Runde: die richtige Wahl der Mittel?

Im Februar 2010 habe ich schon einen Beitrag über die markenrechtlichen Probleme „Ruf meldet Sunrise Jugendreisen als Marke an“ geschrieben. Nun scheint sich die Situation zuzuspitzen. Folgende Mail erreichte mich gestern von Rüdiger Heck, der Leitung von Sunrise Jugendreisen und ehemaligem Mitarbeiter von Ruf Jugendreisen:

Betrifft: Ihr Blog Bericht vom 08.02.2010

Sehr geehrter Herr Hammers,

sie haben sich am 8.2.10 in ihrem Blog eines brisanten Themas angenommen und ich habe dazu einen Kommentar geschrieben, der nach wie vor unsere Haltung widerspiegelt. Inzwischen hat es Entwicklungen gegeben, die über die anhängige markenrechtliche Auseinandersetzung, die sie treffend beschrieben haben, hinaus gehen. Da ich ihren Blog mit Interesse verfolge, gebe ich ihnen diese Info gerne weiter.

Zunächst hatte sich RUF Jugendreisen die Domain sunrisejugendreisen.org und sunrise-jugendreisen.org gesichert. Danach ist lange nichts passiert. Das änderte sich am vergangenen Wochenende, als die Domain erstmals mit einem Bestellformular für einen Katalog online ging. Seit heute sind dort auch Produkte gelistet. Selbstverständlich sind dies die üblichen RUF Produkte, genauer gesagt insbesondere die Garantieprodukte.

Der juristische Hintergrund ist das eine und damit werden sich entsprechende Fachleute auseinander setzen. Die Wahl der Mittel im touristischen Wettbewerb des Jugendreisens ist das andere. Ebenso wie sie bin ich seit langem der Branche verbunden und diese Dimension des Versuches einen Wettbewerber zu behindern ist für mich ein Novum. Dass ich dies ganz persönlich bedaure, da ich RUF Jugendreisen durchaus für einen ausgezeichneten Reiseveranstalter halte, ist weniger entscheidend, als der Umstand, sich mit solchen Heckenschüssen immer wieder auseinander setzen zu müssen.

Dazu passend noch ein anderes Beispiel plumpen kopierens: Der Veranstalter Freebird Reisen hat es sich mit seinem Katalog “event jugendreisen” sehr einfach gemacht. Nicht nur dass Texte von unserer Internetseite 1:1 kopiert wurden, sondern auch das Cover zeigt erstaunliche Ähnlichkeit:

Es ist sehr bedauerlich, dass sich die tägliche Arbeit mehr und mehr darum dreht, sich gegen Kopien oder Behinderungen zu wehren, statt sich dem eigenen Produkt widmen zu können. Langfristig schadet das dem Produkt und sicherlich auch der Branche. Jugendreisen sind Vertrauenssache und solche Machenschaften eignen sich nicht, Integrität der Veranstalter  zu untermauern.

Mit besten Grüßen aus Hamburg

Rüdiger Heck
Leitung Sunrise Jugendreisen

Links und Bilder habe ich nicht übernommen, der interessierte Leser wird dies aber locker googlen können.

Mein Fazit: Da Ruf seine Sunrise-Seite nicht aktiv bewirbt geht es hier entweder um was persönliches oder um die Reisebüros: „Ihr wollt nicht nur Ruf, sondern auch Sunrise verkaufen? Kein Problem. Ruf bietet euch beides ;-) “. Ob das aber so funktionieren wird…?

frohes Neues…

kurz und knapp wünsche ich ein frohes neues Jahr…

Rückblick auf die OFT des Reisenetzes

Ist jetzt zwar schon wieder eineinhalb Wochen her, aber in der Kataloghochzeit ist’s schwierig, sich die Zeit für’s Blog freizuschaufeln. Um es vorweg zu nehmen, auch die diesjährige offenen Fachtagung (OFT) des Reisenetzes war wieder eine rundum gelungene Veranstaltung – der deutsche Fachverband für Kinder- und Jugendreisen hat mal wieder alles gegeben. Treffpunkt in diesem Jahr war das A&O-Hotel in Köln, was recht zentral in der Nähe des Neumarktes liegt. Zimmer, Lage und Preise waren super, die Rezeption mit angeschlossener Theke ist 24 Std. besetzt – hier konnte das Tagungshotel deutliche Pluspunkte verzeichnen. Die Tagungsräume waren der Teilnehmerzahl und auch den -bedürfnissen allerdings nicht ganz gewachsen. Unser Haupttagungsraum lag leider im Keller und hatte teilweise nur eine Deckenhöhe von gefühlten 1,90 Meter. Ein Highlight dagegen war der Tagungsraum Berlin, der im Hinterzimmer der gegenüberliegenden Kölschkneipe lag. Das war ganz großes Tennis ;-)

Am ersten Tag gab’s dann schon ab 13 Uhr ein leichtes Aufwärm-Programm, die offizielle Eröffnung war dann nach dem Abendessen. Hauptprogrammpunkt war hier die Podiumsdiskussion „Eh, Arschloch“ – Vandalismus, Mobbing und Gewalt bei Jugendreisen. Auch wenn das Thema viel Potential für eine heiße Diskussion geboten hätte, muss ich gestehen, dass nicht viel bei mir hängen geblieben ist, weil es doch ein bisschen dröge war.

Podiumsdiskussion mit Deckenkontakt...

Podiumsdiskussion mit Deckenkontakt...

Im Anschluss daran traf man sich zum Business-Talk im Vorraum des Tagungsraums Berlin. Das war nett. Auch weil endlich Zeit war, sich mit vielen lange nicht mehr gesehenen Gesichtern zu unterhalten.

Der zweite und somit der Haupttag war geprägt von drei Workshopphasen, in denen jeweils drei Workshops zur Auswahl standen. Hier kann ich den Referenten – auf jeden Fall für die von mir besuchten Vorträge – nur ein großes Lob aussprechen: Fundiertes Wissen locker und charmant rübergebracht. Das war toll. Alle Vorträge gibt’s übrigens auf der Download-Seite des Reisenetzes. Abends gab es dann einen geführten Stadtspaziergang mit Petroleumlampen (hierfür ist mir der konzeptionelle Ansatz allerdings verborgen geblieben) zum Hard-Rock-Café. Auch wenn der DJ nicht von allen Teilnehmern angenommen wurde, so war es doch eine nette Veranstaltung, die nach Mitternacht an der Hotelbar fortgeführt wurde.

Der Samstag hatte dann ausschließlich die Jahresmitgliederversammlung auf der Tagesordnung, die auf Grund der Fülle der Themen um eine Stunde vorgezogen und dennoch überzogen wurde.