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Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. meldet Insolvenz an – viele Fragen bleiben offen…

Wenn man in den letzten Wochen die verschiedenen Foren der Jugendreiseszene beobachtet, so scheint das große Thema die Insolvenzanmeldung des Jugendferienwerks des Landessportbundes NRW e.V. zu sein. Da es sich um einen der größeren Jugendreiseveranstalter in Deutschland handelt, zieht diese Mitteilung entsprechend große Wellen. Vor allem Eltern und Betreuer fragen sich, was nun mit geleisteten Zahlungen für Reisen und Lehrgänge passiert bzw. wann Sie ihr Geld zurückbekommen. Auch sollen noch Betreuervergütungen von Winterfreizeiten ausstehen.

Die Eltern können im Gegensatz zu den Betreuern allerdings davon ausgehen, die geleisteten Zahlungen zurück zu bekommen, schließlich ist die Insolvenzversicherung für Reiseveranstalter Pflicht. Hier stellt sich nur die Frage nach dem „wann“? Gerade für Familien mit geringen finanziellen Mitteln wird es schwer sein, bei einem anderen Veranstalter eine alternative Reise zu buchen, bevor sie das Geld von der Insolvenzversicherung des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. zurückbekommen haben. Es trifft leider – wie so oft – besonders einen Personenkreis wie z.B. Alleinerziehende, die es auch sonst nicht gerade einfach haben.

Für die Betreuer des Jugendferienwerk des Landessportbundes NRW e.V. sieht die Situation schlechter aus, da hier keine Versicherung greift. Ausstehende Betreuervergütungen können wahrscheinlich abgeschrieben werden. Für geleistete Anzahlungen für verpflichtende Betreuerschulungen – die erst nach der Teilnahme an einer Freizeit zurückvergütet werden – gilt das gleiche. Auch dieses Geld ist wahrscheinlich futsch… Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass sich ein Teil der Betreuerschaft des Jugendferienwerks des Landessportbundes NRW e.V. zu einem neuen Verein zusammengeschlossen hat. Der „Betreuerverein Jugendferienwerk des Sports e.V.“ wurde mittlerweise gegründet und hat das primäre Ziel, den nun „auf der Straße“ stehenden Betreuern Freizeiten in den Ferien zu vermitteln.

Rückblick auf die OFT des Reisenetzes

Ist jetzt zwar schon wieder eineinhalb Wochen her, aber in der Kataloghochzeit ist’s schwierig, sich die Zeit für’s Blog freizuschaufeln. Um es vorweg zu nehmen, auch die diesjährige offenen Fachtagung (OFT) des Reisenetzes war wieder eine rundum gelungene Veranstaltung – der deutsche Fachverband für Kinder- und Jugendreisen hat mal wieder alles gegeben. Treffpunkt in diesem Jahr war das A&O-Hotel in Köln, was recht zentral in der Nähe des Neumarktes liegt. Zimmer, Lage und Preise waren super, die Rezeption mit angeschlossener Theke ist 24 Std. besetzt – hier konnte das Tagungshotel deutliche Pluspunkte verzeichnen. Die Tagungsräume waren der Teilnehmerzahl und auch den -bedürfnissen allerdings nicht ganz gewachsen. Unser Haupttagungsraum lag leider im Keller und hatte teilweise nur eine Deckenhöhe von gefühlten 1,90 Meter. Ein Highlight dagegen war der Tagungsraum Berlin, der im Hinterzimmer der gegenüberliegenden Kölschkneipe lag. Das war ganz großes Tennis ;-)

Am ersten Tag gab’s dann schon ab 13 Uhr ein leichtes Aufwärm-Programm, die offizielle Eröffnung war dann nach dem Abendessen. Hauptprogrammpunkt war hier die Podiumsdiskussion „Eh, Arschloch“ – Vandalismus, Mobbing und Gewalt bei Jugendreisen. Auch wenn das Thema viel Potential für eine heiße Diskussion geboten hätte, muss ich gestehen, dass nicht viel bei mir hängen geblieben ist, weil es doch ein bisschen dröge war.

Podiumsdiskussion mit Deckenkontakt...

Podiumsdiskussion mit Deckenkontakt...

Im Anschluss daran traf man sich zum Business-Talk im Vorraum des Tagungsraums Berlin. Das war nett. Auch weil endlich Zeit war, sich mit vielen lange nicht mehr gesehenen Gesichtern zu unterhalten.

Der zweite und somit der Haupttag war geprägt von drei Workshopphasen, in denen jeweils drei Workshops zur Auswahl standen. Hier kann ich den Referenten – auf jeden Fall für die von mir besuchten Vorträge – nur ein großes Lob aussprechen: Fundiertes Wissen locker und charmant rübergebracht. Das war toll. Alle Vorträge gibt’s übrigens auf der Download-Seite des Reisenetzes. Abends gab es dann einen geführten Stadtspaziergang mit Petroleumlampen (hierfür ist mir der konzeptionelle Ansatz allerdings verborgen geblieben) zum Hard-Rock-Café. Auch wenn der DJ nicht von allen Teilnehmern angenommen wurde, so war es doch eine nette Veranstaltung, die nach Mitternacht an der Hotelbar fortgeführt wurde.

Der Samstag hatte dann ausschließlich die Jahresmitgliederversammlung auf der Tagesordnung, die auf Grund der Fülle der Themen um eine Stunde vorgezogen und dennoch überzogen wurde.

Seminar „Profitcenter Jugendreisen”

Da ich mich da angemeldet habe, das Seminar aber noch auf der Kippe steht, mache ich hier mal auch ein bisschen Werbung. Im Seminar, das in Kooperation mit dem Reisenetz stattfindet, werden von Klaus Eikmeier (CTS Gruppen- und Studienreisen) und Ludwig Ottenbreit (A&O Hostels) u.a. Trendsetter-Produkte verschiedener Anbieter vorgestellt. Weitere Inhalte sind: Demografischer Wandel, Destination Branding, Qualtiätsmodelle, Crossmarketing und Web 2.0. Da hat man sich für den 15. und 16. Oktober einiges vorgenommen. Da am 5. Oktober entschieden wird, ob das Seminar stattfindet, solltest du dich bis dahin anmelden!

Weitere Infos unter: www.dsft-berlin.de/Info-13-799-4-4.30.html

Aktuell: Das Seminar wurden leider abgesagt. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.

Die Verreiser mit neuen Qualitätskriterien

Das Thema Qualität wird derzeit verstärkt von den großen Jugendreiseveranstaltern kommuniziert. So hat das Bundesforum seit der letzten ITB ein eigenes Siegel und auch das Reisenetz wirbt mit eigenen Kriterien. Unabhängig davon sollte aber nicht vergessen werden, das gerade auch kleinere Jugendreiseanbieter – besonders wenn Sie als gemeinnütziger Verein organisiert sind – auch ihre eigenen Qualitätskriterien haben. Diese sind oftmals sogar erheblich „besser“ und weitreichender als die Kriterien der großen Verbände. Das ist allerdings auch nicht verwunderlich, da bei einem Verband eine für alle Mitglieder annehmbare Regelung getroffen werden muss. Beispielhaft dazu möchte ich die Kriterien der Kindervereinigung Chemnitz e.V. nennen, die im Juni veröffentlicht worden sind. Besonders gut finde ich hier, das ein Betreuerschlüssel von 1 zu 10 festgeschrieben wird – ein Zahl, an der sich auch die Großen messen lassen müssen…

Qualitätssiegel der pädagogischen Begleitung

Jetzt ist’s raus: Es wird ein Zertifikat „Qualität der pädagogischen Begleitung“ geben. Das Bundesforum wird dieses einführen und Kinder- und Jugendreiseveranstalter aus ganz Deutschland können sich nun bewerben. Neben dem QMJ, dass ja nun hauptsächlich die Einrichtungen bewertet, wird also nun auch die Betreuerausbildung zertifiziert. Bin jetzt schon mal auf die ersten Betreuershirts mit dem Aufdruck „pädagogisch qualitativ hochwertiger Betreuer“ gespannt ;-)

Mal schauen, was das alles so bringen wird. In der Pressemitteilung auf LifePR vom 10.4.08 wird auf das Bundesforum verwiesen, aber auf der Internetseite habe ich noch nichts gefunden. Ist mir auch noch nicht ganz klar, ob das nun eine Pressemitteilung von Ruf oder vom Bundesverband ist… Scheint auf jeden Fall der Account von Ruf zu sein, wenn man die URL richtig deutet.