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Ruf zieht positive Bilanz für 2009

Wie gerade von der fvw berichtet wird, zieht Ruf eine positive Bilanz für das Jahr 2009. Der Ertrag habe sich verbessert. Entgegen der Marktentwicklung habe sich im Kernsegment der betreuten Camping-Reisen die Teilnehmerzahl um knapp elf Prozent erhöht. Mit gut 60 Prozent der Buchungen stand Spanien ganz oben auf der Beliebtheitsskala und auch das Kinderhotel auf Föhr verzeichnete einen Zuwachs von 30%. Um die Marktführerschaft für betreute Jugendreisen auszubauen setze man auf wachsende Qualität und neue Reiseziele.

Hört sich alles erst mal sehr gut an. Vor dem Hintergrund, dass vor kurzem in der fvw aber auch groß über sunrise-jugendreisen berichtet wurde, könnte man meinen, dieser Artikel sei die Antwort darauf. Was auch erst mal richtiges Marketing ist. Schließlich verkauft Ruf 54 % seiner Reisen bisher ohne nennenswerte Konkurrenz über Reisebüros und Sunrise will als Newcomer gar 70 % über Reisebüros verkaufen. Für 2010 ist also ein Verdrängungswettbewerb zu erwarten, für den sich Ruf nun aufstellt. Was ich erst mal nicht erwartet hätte: Der Wettbewerb läuft nicht über den Preis. Nachdem Sunrise 12 % ab der ersten Buchung als Benefit für die Reisebüros ausgelotet hat, stellt Ruf die Qualität und Sicherheit in den Vordergrund.

Man muss die positiven Aussagen allerdings auch differenziert betrachten. Die hochgelobten Camping-Angebote nehmen mit knapp 10 von über 150 Unterkünften im 2009er Katalog eine eher geringe Rolle ein. Und: Ruf veröffentlicht keine konkreten Teilnehmer- oder Umsatzzahlen für die Saison 2008/2009. Dabei sind die bisher veröffentlichten Zahlen doch wirklich eine Erfolgsgeschichte. So wurde das Geschäftsjahr 2007/2008 mit 78.084 Teilnehmern und einem Umsatz von 41,1 Mio. abgeschlossen.

Fazit: Das Jahr 2010 bringt so viele Veränderungen wie schon lange nicht mehr für den Jugendreisemarkt. Viele Fragen sind noch offen: Ist der Jugendreisemarkt etwa gesättigt? (hier wäre vielleicht die neue Studie des Bundesforums mal ganz interessant, hat die schon jemand?), Kann Sunrise wirklich die angepeilten 10.000 Teilnehmer im ersten Jahr erreichen? Profitieren vielleicht sogar die kleineren Veranstalter von der Situation? Kann das stetige Wachstum der letzten Jahre auch 2010 fortgeführt werden? Was auch immer passiert – jugendreise.org bleibt dran ;-)

Sunrise Jugendreisen fordert Ruf heraus.

Wie morgen in der FVW zu lesen sein wird, gibt es einen neuen Jugendreise-Veranstalter am Markt. Unter der Marke „Sunrise” (www.sunrise-jugendreisen.de) will die A.S. Reiseveranstaltungs GmbH im ersten Jahr 10.000 jugendliche Gäste als Kunden gewinnen. Da mit Rainbow Tours schon ein bei den Reisebüros bekannter Veranstalter zur A.S. Gruppe gehört, bekommt Ruf-Jugendreisen somit erstmals echte Konkurrenz auf dem Vertriebsweg Reisebüro. Auch eine Anfangsprovision von 12 % ab der ersten Buchung ist für viele Reisebüros mit Sicherheit nicht uninteressant. Im Gegensatz zu Ruf, die in den letzten Jahren ihr Camp-Programm stark ausgebaut haben, will Sunrise sich hauptsächlich auf 2-Sterne-Plus-Häuser konzentrieren. Da Rüdiger Heck – ehemals für das Destinations-Management bei Ruf (mit-)verantwortlich – sich bei A.S. für die neue Marke verantwortlich zeigt, ist dort mit Sicherheit mit sehr guten Preisen zu rechnen.

Eine Herausforderung wird aber sein, 10.000 Teilnehmer auch zu betreuen. Die weit über 500 benötigten Betreuer/innen müssen schließlich erstmal gefunden und ausgebildet werden. Weiterhin ist die Booking Engine, die derzeit auf der Internetseite verwendet wird, noch nicht richtig auf das Segment Jugendreisen angepasst. Bei der Buchung wird noch die Anzahl der Erwachsenen und Kinder abgefragt und auch sonst bekomme ich beim Surfen vom verwendeten CMS Typo3 noch einiges an Fehlermeldungen.

Das Jahr 2010 wird also zweifelsohne ein interessantes Jahr für den Jugendreise-Markt. Ob Ruf das Wachtum der vergangenen Jahre fortsetzen kann, darf bezweifelt werden. Neben erstmaliger wirklicher Konkurrenz im Reisebüro wird auch das Internet immer umkämpfter. So bietet z.B. das Jugendferienwerk in diesem Jahr erstmals 100 deutschlandweite Abfahrtsorte an und ist nicht mehr nur alleinig in NRW aktiv.